Jüngste Fortschritte in der Erforschung der Phagentherapie
Die Phagentherapie, die lange Zeit im Schatten der Antibiotika stand, erlebt heute ein echtes Wiederaufleben des Interesses. Angesichts des alarmierenden Anstiegs bakterieller Resistenzen wenden sich Forschende weltweit erneut den Bakteriophagen zu – Viren, die in der Lage sind, gezielt bestimmte Bakterien anzugreifen und zu zerstören. Doch wo steht die Forschung tatsächlich? Hier ein Überblick über die bemerkenswertesten Fortschritte der letzten Jahre.
1. Klinische Studien in starkem Wachstum
Über Jahrzehnte hinweg blieb die Phagentherapie auf individualisierte Behandlungen beschränkt, häufig außerhalb der klassischen klinischen Versorgungswege. Heute laufen mehrere klinische Studien in Europa, den USA, Australien und Asien. Einige richten sich gegen chronische Infektionen der Atemwege, andere gegen infizierte Wunden oder antibiotikaresistente Harnwegsinfektionen.
Ein eindrückliches Beispiel ist die klinische Studie PhagoBurn, die von der Europäischen Verteidigungsagentur initiiert wurde und die Wirksamkeit von Phagen bei Brandwundeninfektionen untersuchte. Obwohl die Ergebnisse durch Produktionsbeschränkungen begrenzt waren, zeigte die Studie, dass Phagen in großem Maßstab unter strengen pharmazeutischen Standards hergestellt werden können.
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2. Gentechnisch veränderte Phagen: hin zu maßgeschneiderten Viren
Dank Fortschritten in der Gentechnik gelingt es Forschenden heute, Phagen so zu verändern, dass sie wirksamer werden. Einige Arbeiten zielen darauf ab, ihr Wirkungsspektrum zu erweitern, andere darauf, ihre Fähigkeit zu stärken, Biofilme zu beseitigen – jene extrem widerstandsfähigen Bakterienschichten, die sich auf Wunden, Implantaten oder Kathetern bilden.
Labore wie am MIT oder an der Yale University entwickeln so „verbesserte Phagen“, die multiresistente Bakterien mit chirurgischer Präzision gezielt angreifen können.
3. Künstliche Intelligenz zur Auswahl von Phagen
Eine weitere Neuerung ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um die Identifizierung wirksamer Phagen gegen einen bestimmten Bakterienstamm zu beschleunigen. Algorithmen analysieren genetische Datenbanken, um vorherzusagen, welche Phagen die besten Erfolgschancen haben. Dadurch kann die Zeitspanne zwischen Diagnose und personalisierter Behandlung erheblich verkürzt werden.
4. Auf dem Weg zur regulatorischen Anerkennung
Auch wenn die Forschung voranschreitet, bleibt die regulatorische Anerkennung eine Herausforderung. Dennoch entwickeln sich die Dinge weiter: 2023 hat Frankreich einen experimentellen Rahmen eingeführt, der die Verschreibung von Phagen in bestimmten Krankenhäusern ermöglicht. Belgien hat die Phagentherapie ebenfalls über eine spezialisierte Apotheke in sein Gesundheitssystem integriert.
Weitere Informationen über die belgischen Vorschriften
Der Druck wächst, damit Behörden wie die EMA oder die FDA klare und geeignete Rahmenbedingungen schaffen.
Und in der Praxis?
All diese Fortschritte zeigen, dass die Phagentherapie in eine neue Phase eintritt: strukturierter, wissenschaftlicher und zunehmend zugänglich. Doch auch heute ist Georgien weiterhin einer der wenigen Orte, an denen sie unter fachlicher Aufsicht mit Expertise und Erfahrung praktiziert wird.
Seit über 100 Jahren behandelt das Eliava-Institut in Tiflis Patientinnen und Patienten aus der ganzen Welt dank eines personalisierten Ansatzes und einzigartiger Phagenbanken.
Ziehen Sie eine Phagentherapie in Betracht?
Wenn Sie oder eine nahestehende Person mit einer antibiotikaresistenten Infektion konfrontiert sind, können Sie eine Behandlung am Eliava-Institut in Georgien in Betracht ziehen. Unser Team begleitet die Patientinnen und Patienten bei allen Schritten: Vorab-Analyse, ärztliche Beratung und Organisation des Aufenthalts.
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